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MEISTER & MARGARITA

MEISTER & MARGARITA

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Meister & Margarita ist eine sehr freie Interpretation von Michail Bulgakows Roman, in der das Schreiben selbst zum dramaturgischen Vorgang wird. Im Zentrum stehen Iwan, der an einem Werk schreibt, das sich zunehmend seiner Kontrolle entzieht, Margarita, die das Werk im Wahn bewahrt, realisiert, und schließlich weiterführt, was unterzugehen droht. Woland, ein Teufel, der auf eine Menschheit trifft, die ihn kaum noch zu benötigen scheint, während zwei Dämonen in grotesken Weisen die abgründigen Strukturen der Gesellschaft forschend aufdecken. Zwischen Zensur, absurden Beziehungen, Macht und Kunst fragt die Inszenierung danach, wer darüber entscheidet, was gesagt, geschrieben und veröffentlicht werden darf.

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Ausgangspunkt unserer Arbeit ist nicht, Bulgakows Roman möglichst vollständig auf eine Bühne zu übertragen, sondern vielmehr erlebbar zu machen, welche Essenzen diesen Roman ausmachen, die für größere Zusammenhänge unserer, auch heutigen, Welt stehen und welche theatrale Umsetzung diese verlangen. So entstand eine eigenständige Fassung, in der Roman, Biografie, Vergangenheit, Gegenwart und eine (oder keine) mögliche Zukunft ineinandergreifen. Das Stück wurde in selbständiger Forschung und Arbeit von den Schauspielern, die auch auf der Bühne stehen, erarbeitet und ins Leben gerufen.

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Unsere Inszenierung übersetzt die Themen des Romans und seiner Umstände in radikal sinnliche Bühnenvorgänge. Sprache wird zu körperlicher Substanz und diese Körper werden zu Rhythmen. Der Text soll nicht einfach verstanden, sondern physisch erfahren werden. Wörter zerfallen in Silben, Betonungen verschieben sich, Sprache gerät ins Stocken, beschleunigt, wird Musik und Bewegung. „Sprache spricht mit eigenem Körper.“ 

 

Chor, Musik, Licht und Raum/Bühnenbild sind ebenso relevant wie der Text. Die Pilatus-Passagen als Roman im Roman werden dem individuellen Spiel entzogen und umgesetzt als Chor, der dem Publikum ermöglicht in eine martialisch beruhigende weitere Ebene einzusteigen: Aus einer einzelnen historischen Erzählung entsteht ein kollektiver Körper, der Geschichte gleichzeitig erzählt, wiederholt und vollstreckt. Entscheidungen für diese theatralen Formen entstanden weniger aus ästhetischer Ausschmückung, sondern aus den Themen des Stoffes selbst. Wo ein einzelner Mensch um seine Stimme ringt, überwältigt eine Vielstimmigkeit, die ihm gegenübersteht.

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Auch der Bühnenraum macht diesen Vorgang sichtbar: Manuskriptseiten besetzen zunehmend den Raum; ein übergroßer Mond schafft eine Wirklichkeit zwischen Welt, Literatur und kosmischer Betrachtung menschlicher Vorgänge, mit welcher auch Bulgakow in seinem Werk faszinierte. Der Roman wird zu einem materiellen Gegenüber der Figuren – geschrieben, aufgehängt, gelesen, zerrissen, versteckt, verbrannt und gerettet.

 

Die Pause liegt unmittelbar nach der „TalentGuillotine“, in der Iwan sein eigenes Manuskript vernichtet und Margarita einzelne Seiten rettet. Der erste Teil endet mit der Zerstörung des Kunstwerks; nach der Pause setzt der Abend mit der Frage durch Woland neu an: „Was ist Kunst heute in einer Zeit der künstlichen statt künstlerischen Intelligenz?“ 

Hier fragt die Inszenierung weiter, was aus Kunst wird, wenn prinzipiell alle jederzeit produzieren und veröffentlichen können. Die Frage nach dem Schweigen verändert ihre Gestalt.

Die Inszenierung Meister & Margarita setzt Bulgakows Roman auf der Bühne erneut einer Gefahr aus, zerlegt ihn, überschreibt ihn, lässt ihn unsere Gegenwart durchschreiten. Aus einem Roman über einen Schriftsteller und sein verbotenes Werk entsteht ein Theaterabend über die Frage, was Kunst mit dem Menschen macht – und was der Mensch bereit ist, mit/für Kunst zu machen. 

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Die weiblichen Perspektiven und eine Auseinandersetzung mit Emanzipation passieren in unserer Inszenierung jenseits einer In-Frage-Stellung und/oder Umkehrung tradierter Geschlechterrollen. Mit Margarita begegnen wir einer Frau, deren Existenz sich nicht in der Liebe zu einem Mann erschöpft und sich ihr ebenso wenig verweigern muss, um selbstbestimmt zu sein. Unser feministischer Anspruch liegt darin, Weiblichkeit nicht als festgelegte Rolle, sondern als gelebten Widerspruch zu untersuchen. Margarita hinterfragt die Versprechen von Ehe und Liebe, widerspricht dem Meister und lebt eine selbstbestimmte Sicht auf sein Schaffen. Im Zentrum steht dabei sowohl ihr Verhältnis zum Meister als auch ihre Beziehung zum Roman. Während Iwan ihn schreibt, mit ihm ringt und ihn schließlich zu vernichten versucht, nimmt Margarita eine andere, existenzielle Beziehung zu diesem Werk ein: Sie bewahrt es, trägt es durch Zeiten des Schweigens und ermöglicht dem Buch schließlich, in die Welt zu gelangen. Es gibt interessante Parallelen zwischen Bulgakows und Fleißers Erfahrungen in und mit der Kunst und der Welt. Werke aus Zeiten massiver gesellschaftlicher Umbrüche, unter dem Druck von Machtverhältnissen, Menschen werden beobachtet: Bulgakow, sowie Fleißer, interessieren sich für die Mechanismen, durch die eine Gesellschaft bestimmt, wer sprechen oder handeln kann und noch schärfer die Frage nach der Verfügung über die eigene künstlerische Stimme.

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Production Stills

THE CAST

ELARA VANCE

MEISTER

A raw, neo-modernist interpretation of the intellectual's descent into the abyss. Elara brings a cinematic intensity to the role of the master.

SARAH JENKINS

MARGARITA

Defying the glass ceiling with a performance that is both ethereal and brutal. Sarah captures the spirit of the revolutionary woman.

CHLOE MORGAN

THE WITCH

A chilling, neo-modernist portrayal of the supernatural. Chloe embodies the raw power of the witch with cinematic precision.

AMARA OKORO

THE HAG

Amara delivers a performance that is both haunting and visceral. Her portrayal of the Hag is a masterclass in theatrical intensity.

THOMAS REED

THE CHURCHMAN

A stoic, neo-modernist presence. Thomas embodies the rigid, brutalist spirit of the Churchman with a raw, cinematic gaze.

MIKHAIL BULGAKOV

Mikhail Bulgakov, the visionary author of 'The Master and Margarita,' was a master of the grotesque and the absurd. His work, often suppressed during the Soviet era, explores the intersection of faith, power, and the human spirit. We chose this adaptation to honor his legacy of raw theatricality and neo-modernist precision, bringing his prophetic vision to the stage in a bold, avant-garde production that challenges the boundaries of contemporary performance.

CONTACT

For inquiries, bookings, or feedback regarding our latest production of Meister & Margarita, please reach out to our collective. We are currently seeking collaborators and audience members for our upcoming performances.

info@theglassceilingcollective.com

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